Sitemap Kontakt Impressum

Zu den Preisen

Worte der Jury

"Nach Frank Albers bin ich wohl diejenige, die am längsten in der Jury des Filmförderpreises ist und so freue ich mich, im letzten Jahr der Vergabe einige generelle Worte vorab sprechen zu dürfen. In meiner Funktion als ehemalige Leiterin von goEast konnte ich glücklicherweise Frank Albers davon überzeugen, dass der Preis, der zuvor in Stuttgart vergeben wurde, in Wiesbaden genau die richtige Plattform findet. Unser erstes Gespräch in Stuttgart, lieber Frank, werde ich nie vergessen.

In der Folge konnte ich miterleben, wie kreative Ideen mit viel Herzblut, Energie und natürlich auch Aufregung vor der Jury präsentiert wurden. Die anschließenden internen Diskussionen mit genauso viel Herzblut und Energie mit meinen hochgeschätzten Jurykollegen waren für mich eine sehr große Bereicherung – danke Euch allen, den Talenten und der Jury, ich habe viel gelernt.

In diesen Jahren haben wir miterlebt, wie eine neue Generation von jungen Filmemachern und Produzenten aus MOE und Deutschland auf der Bildfläche erschien und sich in starken Teams gefunden hat. Wir waren zunehmend von der künstlerischen Qualität und auch der Professionalität in den präsentierten Unterlagen und Pitches begeistert – das hat es uns immer schwerer gemacht, Entscheidungen zu fällen. Umso mehr haben uns alle die beeindruckt, die ihre Filme auch ohne die Stiftungsgelder und mit viel Beharrlichkeit produzierten. Manchmal kamen sie auch zu unserer Freude mit neuen Projekten wieder.

Nach einer Dekade kann ich, auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen, sehr stolz sagen: der Filmpreis hat viel bewegt in der Entfaltung von künstlerischen Karrieren mittel- und osteuropäischer Talente und deutscher Nachwuchsproduzentinnen und Produzenten. Und er hat ein überaus lebendiges Netz von Beziehungen gestiftet – ungeheuer viele Teams haben nach der Erfahrung der Koproduktion mit dem Filmförderpreis weitergemacht und zusammen Folgefilme gedreht.

Wir haben auch dieses Jahr wieder heiß diskutiert und es uns mit der Entscheidung nicht leicht gemacht, denn die Projekte waren erneut außergewöhnlich vielversprechend. Ein Projekt war darunter, dass uns vor dem Hintergrund der aktuellen Schlagzeilen in den letzten Wochen und Monaten aus der Ukraine und aus Russland, die uns alle zutiefst verunsichern, besonders beschäftigt hat. Wir sind uns einig: Wir brauchen schon jetzt und werden künftig mehr denn je mutige Filmemacher brauchen, die Unrecht und Greueltaten dokumentieren und dem Widerstand eine Stimme geben, denn auch diese politische Dimension hat das Medium Film. Unsere Position ist dennoch: Künstlerische Qualität darf nicht gegen politische Brisanz ausgespielt werden. Der Filmförderpreis wie wir ihn in der Jury verstanden, hatte immer hohe, cineastische Ansprüche an die siebte Kunst.

Dieser Leitlinie sind wir auch diesmal gefolgt. An dieser Stelle ist es uns gerade darum ein Bedürfnis, ein Team besonders hervorzuheben, das in dieser politischen Kategorie spielt, und unseren tiefen Respekt für ihre wichtige politische Arbeit zu formulieren:

Olga Kravets und Lasse Scharpen, wir wünschen Euch viel Kraft für Euer Projekt über die Familien politischer Gefangener in Russland."

Christine Kopf (Deutschland), Jurymitglied, bei der Preisverleihung in 2014

"Bei der Jurysitzung des Filmförderpreises der Robert Bosch Stiftung wird der dunkle Raum in Wiesbaden mit dem Licht der kreativen Ideen durchflutet. Wir freuen uns, dass der Filmförderpreis diese Lichtblicke einem Kinopublikum rund um die Welt sichtbar macht und es bereitet uns große Freude, sie zu suchen und zu entdecken!..."

Mait Laas, Animationsfilmemacher (Estland), Jurymitglied, bei der Preisverleihung in 2012


"Dank der Weiterentwicklung des Filmförderpreises der Robert Bosch Stiftung hat sich nicht nur die Zahl der Bewerbungen über die Jahre vergrößert. Am faszinierendsten ist, dass die Qualität der beteiligten Talente einen Quantensprung für den Preis markiert. Aus diesem Grund konnte erst nach stundenlanger Diskussion eine annehmbare Entscheidung über die Gewinner getroffen werden.


Wir gratulieren allen Teilnehmern für ihre Leidenschaft, Professionalität und Kreativität und sind schon heute sicher, dass wir von ihren Erfolgen in der ganzen Welt noch hören werden. Für uns Osteuropäer aus kleineren europäischen Ländern ist ein Überleben in der Welt des Kinos ohne Partner in den westlichen Ländern kaum möglich.

Der Filmförderpreis ist aber nicht nur ein Preis sondern bedeutet vielmehr eine Fülle gemeinsamer Erfahrungen, die Entdeckung anderer Kulturen und neuer Blickwinkel.

Für uns Mitglieder der Jury ist es eine Bereicherung die unterschiedlichen Projekte zu entdecken. Dafür möchten wir uns bedanken. Wir Menschen aus der Filmwelt halten die Initiative des Filmförderpreises der Robert Bosch Stiftung als unschätzbar wertvoll. Gerne würden wir in den kommenden Jahren weiterhin unzählbare neue Talente entdecken."

Ada Solomon, Produzentin (Rumänien), Jurymitglied, bei der Preisverleihung in 2011

 

Eindrücke Preisverleihung

Fotos: Karolina Sobel

Weitere Auszeichnungen